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#AI-centric #AgenticAI #DataStrategy #SaaS

Tool-Anforderungen bekommen eine neue Dimension: Wer jetzt nicht aufpasst, verbaut sich den Zugang zu KI

Warum der Wert von Software aus der Klickstrecke in die Datenschicht wandert - und was das für eure nächste Vertragsverlängerung bedeutet.

Matthias
04. Aug 2026 · 2 Min. Lesezeit

Das Tool war jahrzehntelang der Arbeitsplatz. In einer KI-zentrischen Organisation rutscht es in den Hintergrund und wird zu Infrastruktur.

Klingt harmlos. Verschiebt aber komplett, wofür ihr eigentlich bezahlt.

Denn ein Tool besteht im Kern aus vier Schichten:

  1. Der Oberfläche
  2. Der Ablauflogik
  3. Dem Datenmodell
  4. Den Garantien: Rechte, Nachvollziehbarkeit, Verfügbarkeit

 

Gekauft wird bisher vor allem Schicht 1. Sie ist der Ort, an dem gearbeitet wird. Nach ihr wird ausgewählt, auf sie wird geschult, an ihr entscheidet sich, ob die Leute das Ding am Ende wirklich benutzen. Der Rest liegt dahinter und taucht in kaum einem Auswahlprozess ernsthaft auf.

Ein KI-Agent braucht diese Oberfläche nicht. Er braucht Zugriff auf Daten, sauber abgegrenzte Rechte und ein Protokoll, das festhält, was er getan hat.

Tools verschwinden deshalb nicht komplett. Sie werden entbündelt. Der Wert wandert von der Klickstrecke in die Datenschicht und in die Garantien.

Nicht jedes System ist darauf vorbereitet. Gerade den älteren fehlt eine brauchbare Schnittstelle. Und ausgerechnet dort liegen oft die wichtigsten Daten.

Dafür gibt es „Computer Use". Der KI-Agent bedient die Oberfläche wie ein Mensch: Er sieht den Bildschirm, klickt, tippt, arbeitet sich durch Masken. So werden auch Systeme erreichbar, die nie für Automatisierung gedacht waren, ohne dass ihr auf deren Modernisierung wartet. Für die Übergangszeit ist das der pragmatische Weg.

Den Zugang löst das. Die andere Hälfte nicht. Ob euch die Daten wirklich gehören und ob später jemand nachvollziehen kann, was passiert ist, entscheidet das Tool. Nicht der KI-Agent davor.

Und das wird nicht in der Architektur entschieden, sondern im Einkauf. Drei Fragen für die nächste Vertragsverlängerung:

  • Datenhoheit: Kommen wir jederzeit vollständig an unsere eigenen Daten, in Echtzeit und nicht nur als Export?
  • Parität: Kann ein Agent über die Schnittstelle alles, was ein Mensch in der Oberfläche kann?
  • Identität: Können wir einem Agenten eine eigene Identität mit minimalen Rechten geben und im Nachhinein sehen, was er getan hat?

Die dritte unterschätzen die meisten. Lizenzmodelle kennen in aller Regel nur menschliche Nutzer. Wenn ein wachsender Teil der Arbeit von KI-Agenten erledigt wird, die formal unter dem Account eines Mitarbeiters laufen, habt ihr zwei Probleme auf einmal: ein vertragliches und eines mit der Nachvollziehbarkeit.

Fünf Jahre Vertragsbindung sind schnell unterschrieben. Wer dabei nicht prüft, was eine KI-Welt vom System verlangt, bindet sich an genau die Schicht, die als Erste an Bedeutung verliert.

Matthias Zalewski
Matthias Zalewski
Dipl. Kfm. · Digital & KI · how2be.digital

Ich begleite mittelständische Unternehmen dabei, Digitalisierung und KI in kaufmännischen Prozessen wirksam zu machen — unabhängig, lean, ergebnisorientiert.

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